Fachqualifizierung für Mütter mit Migrationshintergrund
Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels und vielfältiger Qualifizierungsangebote bleibt es für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine große Herausforderung, einen Arbeitsplatz zu finden. Häufig stehen unzureichende Sprachkenntnisse, fehlende Kinderbetreuung oder mangelnde Mobilität einem erfolgreichen Berufseinstieg im Weg. Auch wenn die fachliche Qualifikation vorhanden ist, passt sie oft nicht exakt zu den Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Genau hier setzt das innovative Projekt an: Ziel ist die nachhaltige Integration von Teilnehmerinnen in den ersten Arbeitsmarkt durch das Prinzip der inversen Fachqualifizierung – das bedeutet: Zuerst der Job, dann die Qualifizierung. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung zur Betreuungsassistenz nach §53b SGB XII.
Das Besondere an diesem Ansatz ist die Kombination aus fachtheoretischer und berufsbezogener Sprachvermittlung – online und in Teilzeit an vier Tagen pro Woche. Ein halber Tag pro Woche ist für Praxiserfahrungen und Onboarding beim späteren Arbeitgeber vor Ort reserviert. Dieser praxisnahe Ansatz erleichtert den Einstieg in die neue Arbeitswelt und schafft eine vertrauensvolle Lernatmosphäre.
Die Teilnehmerinnen sind Mütter mit ein bis fünf Kindern, die bislang noch nie in einem Arbeitsverhältnis standen. Gerade deshalb stellte der Aufbau und die Einhaltung einer Lern- und Arbeitsstruktur zu Beginn eine große Herausforderung dar. Mit viel Engagement und gegenseitiger Unterstützung ist es jedoch gelungen: Alle 91 Teilnehmerinnen haben die Ausbildung erfolgreich mit einer schriftlichen Prüfung und dem anschließenden Zertifikat abgeschlossen.
Besonders erfreulich: Rund zwei Drittel der Absolventinnen haben direkt im Anschluss einen festen Arbeitsplatz gefunden. Die inverse Arbeitsvermittlung trägt entscheidend zur Motivation bei, denn die Teilnehmerinnen wissen von Anfang an, dass sie nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eine gesicherte berufliche Perspektive haben.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Mit passgenauer Unterstützung, praxisnaher Qualifizierung und verlässlicher Arbeitsplatzperspektive gelingt nachhaltige Integration – zum Vorteil der Teilnehmerinnen, der Betriebe und unserer Gesellschaft
"Während des Unterrichts habe ich besser verstanden, wie wichtig es ist, Empathie für andere zu zeigen."
Olesia, Teilnehmerin
"Inverse Arbeitsvermittlung gibt Chancen und Zukunftsperspektiven für Migrantinnen und Migranten, wo andere Hürden sehen".
Projektleitung
